24. September 2010
Die fünfte irische Kulturnacht

Das Dublin City Jazz Orchestra bei der Vorstellung des Programms für die Irische Kulturnacht 2010 (Foto: Matt Kavanagh)
Die kulturelle Umtriebe erfassen (fast) ganz Irland, von Cork bis Belfast, von Waterford bis Letterkenny, organisiert und koordiniert vom Temple Bar Cultural Trust. Dessen Chef, Dermot McLaughlin, sagte: “Jeder, der im Bereich Kunst und Kultur in Irland arbeitet, sah sich im letzten Jahr mit großen wirtschaftlichen und anderen Herausforderungen konfrontiert. Trotz all dieser Schwierigkeiten expandiert die Kulturnacht dieses Jahr von 11 auf über 20 Städte und Regionen. Viele neue Veranstaltungsorte sind ins Programm eingefügt worden – ein Zeichen der Stärke der irischen Kultur und Kreativität.”
Teilnehmende Städte und Regionen sind: Dublin, Belfast, Galway City, Oughterard, Derry, Cork, Limerick, Waterford, Wexford, Sligo, Mayo, Wicklow, Kildare, Kilkenny, Laois, Westmeath, Letterkenny, Kerry, Carlow, Leitrim, Roscommon – und zum ersten Mal auch die Gaeltacht-Regionen.
Leinster House – das irische Parlament – öffnet von 17-23 Uhr die Pforten für einen Kulturabend und Führungen durch Dáil und Seanad Éireann. Im Glasnevin Cemetery kann man an einem ‘Walk by the Graves’ teilnehmen und die Gräber prominenter Iren besuchen. Limerick wartet mit der Tanztruppe ‘Contemporary Chaos’ auf, in Oughterard stellen 30 Künstler ihre Werke aus, in Sligo kann man den Culture Music Bus besteigen, und in Mayo an einem Haiku-Wettbewerb teilnehmen.
Workshops in der Glucksman Gallery in Cork, in denen man sein eigenes Plattencover gestalten kann; im Hunt Museum in Limerick steht die ‘French Connection’ im Mittelpunkt; in Sligo können Kinder in der ‘Kids’ Own Travelling Library’ ihr eigenes Buch herstellen; die Greystones Art Group wird unter Mithilfe der Besucher ein Riesengemälde zur Begleitung von Mozarts ‘eine kleine Nachtmusik’ in Angriff nehmen; in Kilkenny gibt’s ein Feuerfest zum Herbstbeginn; In Muckross House bei Killarney steht Kammermusik auf dem Programm; Druid in Galway hat Haus der offenen Tür – mit einer Filmvorführung von Synges ‘Riders to the Sea’; und Strokestown House bietet Führungen bei Kerzenlicht an….
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt des landesweiten Angebots. In Dublin allein sind es 132 Veranstalter, die mitmachen, darunter das Irish Museum of Modern Art, das Light House Cinema, die Freemasons’ Hall, das National Museum of Ireland, das Custom House, das Quakers Meeting House, das Irish Film Institute und das National Leprechaun Museum in St Mary’s Abbey, Jervis Street. Dublin Bus bietet von Bachelors Walk, Aston Quay und vom Trinity College ab von 18-23 Uhr kostenlose Fahrten entlang des ‘Culture Trail’ bis zu den entlegensten Veranstaltungsorten an.
“Wir erwarten an die 500 000 Besucher, die die vielfältigen Angebote nutzen,” sagt Dermot McLaughlin. Es sei für alle Altersgruppen etwas dabei. Mehr info: www.culturenight.ie
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‘Dublin Loves Drama’
Dublin Theatre Festival 2010
vom 30. September – 17. Oktober
Beckett, Pinter und Mamet am Gate, O’Casey am Gaiety, Ibsen am Abbey – das Ulster Bank Dublin Theatre Festival führt große Geschosse ins Feld. Aber auch die Fringe hat ein buntes Programm zu bieten.

Samuel Beckett, Harold Pinter, David Mamet – die BPM-Saison am Gate Theatre
Die Druid Theatre Company bringt Seán O’Caseys ‘The Silver Tassie’ zum Festival. Das selten gespielte Stück von 1928, das zum Bruch zwischen O’Casey und dem Abbey Theatre führte – die Ablehnung durch Yeats und Lady Gregory bestärkte den Dramatiker in seinem Entschluss, im englischen Exil zu bleiben – und in London mit Charles Laughton in der Hauptrolle Premiere hatte, wird hier in der Regie von Garry Hynes gegeben.
Beckett ist gleich mit mehreren Produktionen präsent. Darunter die Bühnenpremiere von ‘Watt’, mit Barry McGovern, am Gate, und ‘Endgame’ in der Inszenierung von Alan Stanford. Am Abbey hat die neue Version von Ibsens ‘John Gabriel Borman’ aus der Feder von Frank McGuinness Premiere. Und Rough Magic offeriert Euripides’ ‘Phaedra’ in einer neuen Version von Hilary Fannin und Ellen Cranitch.
An der kleineren Bühne des Abbey, am Peacock Theatre, feiert Mikel Murfi sein Regiedebüt am Nationaltheater mit der Weltpremiere von ‘B for Baby’ von Carmel Winters.
Der bedeutendste internationale Beitrag kommt vom Polski Teatr. ‘The Danton Case’ (Stanislawa Przybyszewska) in einer neuen Version – und unter der Regie – des ‘enfant terrible’ des polnischen Theaters, Jan Klata; ‘T.E.O.R.E.M.A.T’ – inspiriert von Pier Paolo Pasolinis Film ‘Teorema’ von Grzegorz Jarzyna; und das Andy-Warhol-Stück ‘Factory 2’ von Kristyan Lupa. ‘Danton’ ist am Project Arts Centre zu sehen; die beiden anderen Produktionen am O’Reilly Theatre (Belvedere College).
Mehr Info: http://dublintheatrefestival.com
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Absolut Fringe-Festival
11. - 26. September
Das ‘Absolut Fringe’-Festival (11.-26. September) hat mehr als hundert Shows im Programm: Theater, Comedy, Musik, Tanz und Spektakel. Ganz besonders empfehlenswert: Camille O’Sullivans ‘Chameleon’ – eine fantastische Show mit Liedern von Jacques Brel, Nick Cave, Tom Waits, Kurt Weill und Radiohead. In der Absolut Fringe Factory at The Grand Social (Liffey Street).
www.fringefest.com